Schweiz: Exporte und Importe auf neuem Höchststand

Oberarth / Schweiz – Schweizer Produkte sind wieder stärker gefragt. So konnte das Land im ersten Halbjahr 2017 ein neues Export-Hoch erreichen. Doch mussten die Umsätze wegen des immer noch überbewerteten Frankens teils mit Preisnachlässen erkauft werden, welche die Margen reduziert haben. Auch konnten nicht alle Branchen vom florierenden Geschäft mit dem Ausland profitieren.

Ingesamt stiegen die Ausfuhren im ersten Halbjahr 2017 um 4,4 Prozent. Insbesondere die Pharma- und Chemieunternehmen trieben die Exporte auf das neue Rekordhoch von 109.6 Milliarden Franken. So waren zwei Drittel der Exportsteigerung auf ihre Produkte zurückzuführen, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) mitteilte. Die Ausfuhren von Medikamenten und Wirkstoffen stieg um 7 Prozent auf ein neues Rekordniveau.

Bei den zweit- und drittgrössten Exportbranchen, der Maschinen- und Elektronikindustrie sowie der Uhrenindustrie, stagnierten zwar die Verkäufe ins Ausland, doch konnte zumindestens die Uhrenindustrie Ihren Abwärtstrend der letzten zwei Jahre stoppen. Im Juni 2017 konnte dann erstmals ein Anstieg der Uhrenexporte verzeichnet werden. Sie legten arbeitstagbereinigt um 5.3 Prozent zu. Die gesamten Schweizer Exporte steigerten sich im Juni 2017 um 6.2 Prozent.

Schweizer Unternehmen lieferten allerdings nicht nur mehr Waren ins Ausland, der Handel florierte auch in umgekehrter Richtung: Im Juni betrug das Importplus 12.9 Prozent. Im ersten Semester erreichten die Einfuhren mit einem Plus von 4.8 Prozent den höchsten Wert seit 8 Jahren. Dabei kamen fast 30% der importierten Waren traditionell aus Deutschland, ohne dessen Wirtschaftsleistung die Schweiz wohl kaum existenzfähig wäre.

Stadler Rail, der erfolgreiche Schweizer Bahnbauer, welcher mutig in neue Märkte vorgedrungen war und viel Geld in die Lancierung neuer Produkte investiert hatte, vermeldete vor einigen Tagen einen rekordhohen Bestellungseingang von 4.9 Milliarden Franken. Im Jahr zuvor waren es -nach währungsbedingten Problemen- nur 2.1 Milliarden Franken gewesen. 2014 hatte das Unternehmen ein Auftragsvolumen von 2.9 Milliarden erreicht.

Man habe mit verschiedenen Massnahmen auf die Frankenstärke reagiert, erklärte Stadler-Chef Peter Spuhler. So habe das Unternehmen auf Produkte gesetzt, für die es in Billiglohnländern weniger Konkurrenz gebe. Für 2016 weist Stadler einen Umsatz von 2.1 Mrd. Franken aus. Beim aktuellen Bestellungseingang sei in den nächsten Jahren von eher steigenden Umsätzen auszugehen, sagte Spuhler.

Und auch die Fluggesellschaft Swiss, welche dem deutschen Lufthansa Konzern gehört, hat im ersten Halbjahr 2017 rund 200 Millionen Franken Gewinn erwirtschaftet. Der Umsatz stieg um drei Prozent auf 2.36 Milliarden Franken, wie die Airline mitteilte. Der Gewinn liegt damit deutliche 31 Prozent über der Vorjahresperiode. Verglichen mit 2015 ist das immer noch wenig: Damals machte die Swiss 214 Millionen Franken Gewinn in einem Halbjahr.

Die Swiss hatte nach eigenen Angaben in den ersten sechs Monaten des Jahres fast 8.1 Millionen Passagiere befördert. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Anstieg von 4.4 Prozent. Auch die Auslastung der Flieger hatte die Airline gesteigert. CEO Thomas Klühr zeigte sich «sehr zufrieden». Die Investitionen in die Flotte zahlten sich inzwischen deutlich aus, wird der Swiss-Chef in einer Mitteilung der Swiss zitiert.

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