Schweiz: Unternehmen stocken Investitionspläne für 2018 auf

Oberarth / Schweiz Nachdem die Auftragseingänge in der Schweizer Industrie beginnend im April und Mai 2017 erstmals wieder steigen, wird jetzt ein Anspringen der Investitionen spürbar. Zu diesem Ergebnis kommt auch die Anfang Juli 2017 veröffentlichten Investitionsumfrage der Konjunkturforschungsstelle der Hochschule Zürich (KOF). Die befragten Unternehmen wollen ihre Investitionstätigkeit im laufenden Jahr um rund 6% steigern. Dies gegenüber der vorherigen Umfrage im Herbst 2016.

Mit dem Abschluss der im Frühjahr 2017 durchgeführten Investitionsumfrage liegen nun neue Zahlen über die Investitionsabsichten der Schweizer Unternehmerschaft für 2017 vor. Schon im letzten Herbst gaben die befragten Unternehmen ihre Einschätzungen zur erwarteten Investitionstätigkeit ab. Damals rechneten sie mit einer Zunahme von rund 5%, wobei die Impulse vorwiegend aus der Industrie und dem Bausektor kamen.

Dienstleistungsbetriebe treiben Bruttoinvestitionen an

Die aktuellen Ergebnisse zeigen nun, dass die Unternehmen ihre Erwartungen leicht verändert haben. Wie aus den aktuellen Umfrageergebnissen hervorgeht, rechnen sie mit einer leicht stärkeren Investitionsdynamik im Jahr 2017 von rund +6%. Innerhalb der Sektoren kam es jedoch zu einer Verschiebung. Während die Investitionen der Industrie und des Bausektors tendenziell weniger stark ausfallen dürften als noch im Herbst erwartet, hat der Dienstleistungssektor seine Erwartungen für 2017 nach oben korrigiert. Im Hinblick auf das Jahr 2018 rechnen die Unternehmen mit einem weiteren Anstieg der Investitionstätigkeit. Gemäß der aktuellen Umfrage dürfte der Anstieg jedoch weitaus moderater ausfallen als für das Jahr 2017.

Ausgaben für F&E steigen

Die Industrie dürfte in diesem Jahr ein solides Investitionswachstum vorweisen. Im Vergleich zum Herbst 2016 erwarten die befragten Unternehmen für das laufende Jahr jedoch eine leicht schwächere Zunahme der Bruttoinvestitionen von rund 4% (Herbst-Umfrage: 5%). Dabei dürften die Bauinvestitionen um 2% und die Ausrüstungsinvestitionen (ohne Forschung und Entwicklung F&E) um bis zu 5% zunehmen. Die Ausgaben für F&E dürften um rund 3% steigen. Die größte Zunahme der Investitionen wird in der Textilbranche sowie in den Bereichen Chemie und Pharma erwartet. Die Hersteller von Papier und Druckerzeugnissen sowie von Metallerzeugnissen melden den stärksten erwarteten Rückgang an Investitionen.

Transport und Verkehr mit hohen Wachstumsraten

Neben der Industrie resultiert die Zunahme der gesamtwirtschaftlichen Privatinvestitionen aus den positiven Impulsen des tertiären Sektors. Der Dienstleistungssektor hat seine erwarteten Investitionen für das Jahr 2018 deutlich nach oben korrigiert. Die Bruttoinvestitionen im dürften um fast 7% (Herbstumfrage: +4%) zunehmen. Die größten Veränderungsraten meldet der Bereich Telekommunikation sowie die Banken und Finanzindustrie. Der Sektor Transport und Verkehr weist ebenfalls eine hohe Wachstumsrate aus.

Handel rückläufig

Im Handel sind die Investitionen der erfassten Branchen (Einzel- und Großhandel, Autohandel) rückläufig. Dies hängt auch damit zusammen, dass nach Gesetzesänderungen ausländische Hersteller verstärkt selbst vor Ort Vertriebssysteme aufbauen. Im Autohandel gibt es mehr Direktimporte. Der Bausektor ist im Hinblick auf die Investitionstätigkeit für das Jahr 2018 etwas weniger optimistisch als die Industrie und der Dienstleistungssektor. Laut Angaben der befragten Unternehmen dürften sich die Bruttoinvestitionen in diesem Jahr um rund 3% erhöhen. Impulse kommen dabei ausschließlich aus dem Bauhauptgewerbe. Die Unternehmen im Ausbaugewerbe planen, ihre Investitionen im laufenden Jahr zu reduzieren.

Quelle: Erstellt mit Material aus einem Artikel von Axel Siemer (GTAI)

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