Schweiz: Industrie in Hochstimmung mit Neueinstellungen

Oberarth / Schweiz – Die Stimmung in der Schweizer Industrie ist so gut wie seit sechs Jahren nicht mehr. Der PMI-Einkaufsmanagerindex der Credit Suisse stieg im Juni auf den höchsten Stand seit Februar 2011. "Die Lage entwickelt sich so, dass es langsam wieder lohnt, in der Schweiz zu investieren", sagte Oskar Loewe, Landesgeschäftsführer Schweiz bei Deutscher Arbeitgeber Verband e.V.

Der wichtigste Index für die Schweiz stieg gegenüber Mai saisonbereinigt um 4.5 Punkte auf 60.1 Zähler. Die Wachstumsschwelle liegt bei 50 Zählern. Ein PMI-Wert über 60 Punkte wurde bisher nur in den Boomzeiten der Industrie von 1999 bis 2000, 2005 bis 2008 und 2010 bis 2011 erreicht, wie die Grossbank Credit Suisse (CS) am Montag mitteilt.

Angesichts der starken monatlichen Schwankungen sollte aber ein Monatswert nicht überbewertet werden, zumal im Juni nur noch ein geringer Abbau der Verkaufslager zu beobachten war. Laut den Experten ist dies ein Indiz für eine gewisse Überproduktion. Die Subkomponenten «Lager Einkauf» und «Lager Verkauf» verzeichneten mit 48.1 respektive 48.8 Zählern im Juni denn auch PMI-Werte unter der Wachstumsschwelle.

Erholung am Arbeitsmarkt

Dagegen stieg der Wert für die Subkomponente «Produktion» auf 63.4 Zähler und damit auf den höchsten Stand seit Juli 2010. Die Produktion notiere mittlerweile seit beinahe zwei Jahren oberhalb der Wachstumsschwelle, was einen robusten Aufwärtstrend widerspiegle, heisst es dazu. Zudem lasse der abermals steigende Auftragsbestand Produktionssteigerungen erwarten.

Als erfreulich wertet die CS auch den markanten Sprung der Subkomponente «Beschäftigung» auf überdurchschnittlich hohe 58.1 Zähler. Die Erholung der Arbeitsmarktlage gewinne offenbar weiter an Fahrt.

Auch Stimmung in Eurozone gut

Auch die Industrie in der Eurozone kommt immer besser in Schwung: Ihre Geschäfte legten im Juni so kräftig zu wie seit über sechs Jahren nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex kletterte um 0.4 auf 57.4 Punkte, wie das Markit-Institut am Montag zu seiner monatlichen Umfrage unter 3000 Firmen mitteilte. Die meisten Euro-Länder beschleunigten ihr Wachstum, vom krisengeplagten Griechenland bis hin zu Frankreich, Italien, den Niederlanden, Irland, Griechenland und Österreich.

Die Manager blicken auch optimistisch nach vorn: Ihre Geschäftsaussichten bewerteten sie so gut wie seit fünf Jahren nicht mehr, während die Auftragsbestände sogar so deutlich zulegten wie seit sieben Jahren nicht mehr.

Quelle: Erstellt mit Material von sda

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