Unternehmen: Ameos-Gruppe expandiert in die Schweiz

Oberarth / Schweiz – «Wir arbeiten für Ihre Gesundheit» so lautet die Mission für 13’000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 77 Einrichtungen der Ameos-Gruppe. Als einer der wichtigen Gesundheitsversorgern in Deutschland mit 40 Standorten hat sie ihren Hauptsitz in der Schweiz. «Ameos ist ein Schweizer Spitalunternehmen, das kaum einer kennt», sagt Oskar Loewe, Landesgeschäftsführer des Deutscher Arbeitgeber Verband e.V. in der Schweiz.

Nun wird Ameos, die in nur 15 Jahren in Deutschland eben diese 40 Standorte erworben haben, zum ersten Mal auch in der Schweiz selbst als Leistungserbringer aktiv: Die Gruppe übernimmt die Seeklinik Brunnen. «Ich freue mich, dass wir dank unserer langjährigen Erfahrung nun auch in der Zentralschweiz die Gesundheitsversorgung mitgestalten werden», sagt CEO Axel Paeger.

Die Klinik in Brunnen wurde bereits Anfang 2017 zum Verkauf angeboten, und dies nach nur zwei Jahren Neubetrieb durch die Gottfried & Julia Bangerter-Rhyner-Stiftung, welche die Seeklinik Brunnen jetzt endlich an Ameos losschlagen konnte. Das Haus wurde im Januar 2015 wiedereröffnet. Dies als Weiterführung der auf Ganzheitsmedizin spezialisierten Aeskulap-Klinik.

Mit Ameos wird ein Unternehmen vor Ort in der Schweiz aktiv, das auch im gesamten deutschsprachigen Raum zu den grösseren Spitalketten gehört. 9’000 Betten hat das Unternehmen im Angebot. Nach eigenen Angaben ist Ameos der grösste psychiatrische Versorger im deutschsprachigen Raum. Gegründet wurde das Unternehmen 2002 vom heutigen CEO, Axel Paeger, in Zürich. Dort ist auch der Hauptsitz des Unternehmens.

Ameos braucht den Vergleich mit der Schweizer Konkurrenz nicht zu scheuen. Der Neuling auf dem Schweizer Markt setzte 2016 rund 900 Millionen Franken um. Hirslanden als grösste private Spitalgruppe in der Schweiz (mit Südafrikanischen Inhabern) erwirtschaftete rund 1,7 Milliarden Franken. Swiss Medical, Teil der Hotel- und Spitalgruppe Aevis Victoria, macht 520 Millionen Franken. Die Pallas Kliniken, hierzulande die Nummer 3, veröffentlicht kein Zahlen.

Dass sich Ameos mit der Seeklinik Brunnen zufrieden geben wird, ist unwahrscheinlich. Das Unternehmen gehörte bereits vor vier Jahren zu den Bietern, als die Hochgebirgsklinik in Davos zum Verkauf stand. Nach der jüngsten Übernahme sagte Ameos-Sprecher Florian Deumeland zu Medinside: «Wir haben generell Interesse an spannenden Projekten in der Schweiz.»

Interessiert ist das Unternehmen aber nicht an exklusiven Privatkliniken, sondern an Einrichtungen der Grundversorgung, die auf einer kantonalen Spitalliste stehen. Das Problem dabei ist, dass es in der Schweiz wenig solche Häuser gibt, die zum Verkauf stehen. «Doch warten wir ab, wie es Ameos gelingt, die Seeklinik in Brunnen wieder zu beleben...dann bieten sich vielleicht weitere Gelegenheiten von selbst an», so Oskar Loewe weiter.

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